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Formel: Gewicht geteilt durch 100 mal 5 (Gewicht : 100 = x 5)
Ab der 7. Woche kann auch milchfreier Baby-Obst-Getreide-Brei zusätzlich angeboten werden. (Dennoch weiterhin Milchmahlzeiten geben!)
*Wenn die oberen Schneidezähne durchgebrochen sind, (im Alter von ca. 6 Wochen) kann feste Nahrung - in Form von Obst, Gemüse (keine Kohlsorten), Nüsse, Zweige, Knospen, Blätter, Sonnenblumenkerne (erstmal ohne Schale) usw. - angeboten werden. Aber auch dann muss noch ein paar Wochen lang zusätzlich Milch gefüttert werden, da die Backenzähnchen noch nicht voll ausgebildet sind. Das Hörnchen macht anfangs nur „Kleinholz“, frisst scheinbar und verhungert dabei. Das Futter wird nämlich in alle Richtungen verstreut und würde man sich die Mühe machen und es zusammenpuzzeln, könnte man feststellen, dass kaum etwas tatsächlich gefressen wurde bzw. im Magen gelandet ist. Hörnchen können auch erst ab der 8 Woche feste Nahrung vollständig bzw. richtig verdauen.
Wichtig! Eine Massage der Bauch und Analregion (Kot u. Urin-Stimulans) - bei Hörnchen die jünger als 7 Wochen alt sind, - ist absolut notwendig, da die Kleinen die ersten Wochen nicht selbstständig Blase und Darm entleeren können. Man sollte die Massage sehr behutsam und vorsichtig nach jeder Fütterung mit einem weichen Tuch oder einem weichen Pinsel durchführen. Ohne diese stirbt das Baby an Harnvergiftung. Klappt dies nicht sofort, ist ein erneuter Versuch nach ca. 30 Minuten meist erfolgreich.
Hinweis: Hörnchen mit sehr plüschigem Fell wirken älter und kräftiger, als sie tatsächlich sind. Daher sollte man das Eichhörnchen unbedingt wiegen und die Zähnchen kontrollieren.
Die kleine Cindy (Findelkind 2007) sah für den Finder aus, als wäre sie ca. 8 - 9 Wochen alt, wog aber tatsächlich nur 72 Gramm. und war erst ca. 6 Wochen alt. Sie wäre wahrscheinlich verhungert, wenn ich sie nicht übernommen hätte.
Weitere Nahrung:
Obst: Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Kiwi, Weintrauben, Rosinen, Nektarinen Gemüse: Karotten, Zucchini, Kürbis, Salatgurke, Mais, Broccoli, Salat
Sonnenblumenkerne, Walnüsse, Haselnüsse, frische Zweige und junge Blätter von Obstbäumen und Beerensträuchern, Haferflocken, Zirbelnüsse, Kürbiskerne, Babyzwieback, Knäckebrot, Pilze, Löwenzahn, Gänseblümchen, Tannenzapfen, Kiefernzapfen, Pinienzapfen (bei Zapfen werden die darin enthaltenen Samen gefressen). Maronen, Rosskastanien, Hainbuchensamen, Eicheln (nur reife Eicheln), Bucheckern, Koniferensamen, Pinienkerne, Johannisbrot (wegen des Zuckergehaltes von 30 - 40% nur kleine Mengen verfüttern) und ungiftige Blätter mit Blattläusen. (Für Hörnchen eine Delikatesse).
Erdnüsse sollten wenn überhaupt nur selten angeboten werden, da sie nicht zum natürlichen Nahrungsangebot in Europa gehören. Leider haben Fertigfuttermischungen einen zu hohen Anteil an Erdnüssen und einen zu geringen an Haselnüssen.
Stets frisches Wasser zur freien Verfügung bereitstellen. Eichhörnchen brauchen viel Wasser !
Bei Verdauungsproblemen kann man verschiedene Medikamente, erhältlich beim Tierarzt oder auch in Apotheken und Internet-Shops, verabreichen.
Bei Durchfall haben sich Bene-bac, Stullmisan, Spasmovetsan (auch bei Appetitmangel) sowie Parkefelin Palmitat (verschreibungspflichtig) bewährt. Letzteres hat ein breites Anwendungsspektrum und wird vorwiegend bei Infektionen der Atmungsorgane, des Harn- und Geschlechtsapparates, des Zentralen Nervensystems, und der Haut, Augen, sowie des Gehörganges (Mittelohrentzündung) verabreicht. Sollte eine mehrtägige Gabe von Antibiotika notwendig sein, hilft bei bakteriellem Durchfall und anderen Infektionen sehr gut Chloromycetin Palmitat, welches obendrein ein “gehirngängiges” Antibiotikum ist. Es wird von Hörnchen sehr gerne genommen. Empfehlenswert ist auch die Gabe von Fencheltee, bzw. diesen leicht gesüßt mit Honig oder Traubenzucker anzubieten. Ich gebe ausserdem allen Findelkindern die ersten 2 - 3 Wochen Propolis-Pulver in die Milch. Wissenswertes über Propolis finden Sie hier
Wenn Sie Parasiten entdecken und es sich nicht um einen Massenbefall handelt, empfehle ich die Plagegeister abzusammeln, bzw. mittels Tesafilm zu entfernen (abtupfen). Ansonsten ist Stronghold für Katzenbabys (Wirkstoff Selamectin) angesagt. Es ist sehr gut verträglich, ich verwende es seit vielen Jahren. Ich habe über einen Zeitraum von mehreren Jahren eine umfangreiche Medikamentenliste erstellt, die vor allen Dingen als Orientierungshilfe für Auffangstationen und Tierärzte gedacht ist. Diese kann bei mir angefordert werden.
Wichtig! Eichhörnchen-Babys brauchen unbedingt Körperkontakt ! Aber nur Babys! Ein kleiner umgehängter Tragebeutel eignet sich besonders gut dafür. (Das Eichhörnchen entscheidet anhand seiner zunehmenden Aktivität von selbst, wann es genug hat und diesen nicht mehr benötigt). Bitte für den Beutel kein Material verwenden, in welchem Hörnchen mit ihren Krallen hängen bleiben können. Bereits in der Innenvoliere sollten Sie den Kontakt langsam verringern. Und spätestens im Auswilderungsgehege wird der Kontakt zum Menschen auf ein Minimum reduziert, damit sich die Hörnchen langsam vom Menschen entwöhnen und durch die Interaktion/Kommunikation mit Artgenossen auf Ihresgleichen fixieren. Bei einem einzeln gehaltenen Hörnchen ist das nicht machbar und für das Tier eine Katastrophe. Es dümpelt entweder alleine vor sich hin, oder sie spielen Animateur, mit dem Resultat, dass es zu sehr auf den Menschen geprägt ist und aus diesem Grund eine Auswilderung kaum mehr möglich ist. Daher bitte keine Einzelkinder aufziehen! Artgerechte Aufzucht (mit weiteren Jungtieren) steht vor Egoismus ! Sollten Sie sich dazu entschließen eine Auswilderungsstation (im kleinem Rahmen) zu gründen, so ist eine Betreuung durch kompetente Personen am Anfang unumgänglich. Nur wenn man bereit ist, sein Leben auf den Kopf zu stellen, sich gründlich über die Versorgung und anschließende vernünftige (sanfte) Auswilderung ausreichend zu informieren, und auch keine Hemmungen hat im Zweifelsfall einmal mehr an geeigneter Stelle um Rat zu fragen, macht es auch Sinn. Ich möchte an dieser Stelle jedoch darauf hinweisen, dass viele Tierärzte sich nicht in der Aufzucht von Eichhörnchen-Babies auskennen! Da werden nicht nur falsche Empfehlungen in der Ernährung (Aufzuchtmilch) ausgesprochen, mitunter werden sogar die unteren Zähnchen bei sechswöchigen Hörnchen gekürzt, weil diese leicht gespreizt sind und daher angeblich korrigiert werden müssen. (Das ist normal bei Eichhörnchen und hat mit einer Fehlstellung nichts zu tun !) Sie benötigen ein Auswilderungsgehege, eine Innenvoliere, (beides je größer desto besser) und zusätzlich eine großen Käfig um kranke Tiere separat zu halten. Viel Zeit, einiges an Geld, (In der Regel muss alles aus eigener Tasche finanziert werden) und last but not least viel Geduld. Spontane Wochenendausflüge in der Zeit von März bis Ende September / Anfang Oktober sind in der Regel nicht drin. (Unter “Verschiedenes” habe ich auf dieser Webseite ausführlicher beschrieben, was es bedeutet eine Auffangstation zu führen, bzw. was man vor Gründung / Eröffnung wissen sollte.) Außerdem benötigen Sie die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde und des zuständigen Kreisveterinäramtes. Die Versorgung und der damit verbundene Aufwand lohnt sich aber auf jeden Fall. Es ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl, wenn man die Eichhörnchen - nach öffnen des Geheges - beim herumklettern und springen, zuerst in den Bäumen des heimischen Gartens und später dann im Wald beobachten kann.
Wie Sie sich auch entscheiden. Ein gesundes Findelkind gehört auf jeden Fall zurück in die Freiheit!
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